SPD-Fraktionschef: Möglicher Beitrag zur Haushaltskonsolidierun
Allgemeine Zeitung vom 21.04.2007
Von
Monika Paul
SPD-Fraktionschef Oliver Sucher regt an, die städtischen Gebäude auf der Zitadelle zu verkaufen. Der Erlös solle dazu beitragen, den Kommunalhaushalt zu konsolidieren. "Ich halte dies für eine Möglichkeit, um unser Defizit zu verringern", sagte Sucher am Freitag der AZ.
Im Kommandantenbüro sind bislang die Büroräume von Bürgermeister Norbert Schüler (CDU), in den übrigen historischen Gebäuden die Ämter des Bau- und Verkehrsdezernats sowie der Gebäudewirtschaft Mainz (GWM) untergebracht.
Sucher unterstützt mit seinem Vorstoß eine Forderung der INITIATIVE ZITADELLE. Die Bürgerinitiative fordert schon seit langem, dass die städtische Verwaltung aus den historisch bedeutsamen Gebäuden in die Taubertsberg-Bürogebäude der Mainzer Aufbaugesellschaft (MAG) umziehen könne.
Dass dann für die Ämter eine Büromiete fällig würde, ist für Sucher kein Gegenargument. "Wer dies ins Feld führt, vergisst, dass auch in der Zitadelle mit Umstellung des städtischen Haushalts auf Doppik (kaufmännische Buchführung, Anmerkung der Redaktion) eine `Miete` gezahlt werden müsste." Auch entlaste die Stadt als Dauer-Mieter die stadtnahe Gesellschaft MAG, die ihre Büroräume am Taubertsberg noch nicht komplett vermarktet hat. Derzeit ist dort etwa vorübergehend das Innenministerium untergebracht, dessen Räume am Schillerplatz saniert werden.
Sucher betonte, der Verkauf des städtischen Besitzes auf der Zitadelle sei eine "persönliche Idee", noch sei ihm keine verlässliche Schätzung bekannt, wieviel der Verkauf für den Stadtsäckel bringen könne. Darüber hinaus komme es auch ihm selbstverständlich darauf an, der Zitadelle ein positives Profil für die Zukunft zu verschaffen.
Seit 2004 setzt sich die Initiative Zitadelle dafür ein, die Festungsbauten aus dem 17. Jahrhundert freizulegen und zu sanieren sowie als Naherholungsgebiet und als touristischen Anziehungspunkt stärker zu nutzen. Da, wo derzeit städtische Ämter untergebracht sind, könnten - so eine Vision - Wohnungen oder ein Hotel, im Innenhof (derzeit Behördenparkplatz) ein Terrassencafé entstehen.
Immer wieder im Gespräch ist auch, in dem Festungsbauwerk, das bereits vor 100 Jahren als Kulturdenkmal anerkannt wurde, das Römisch Germanische Zentralmuseum unterzubringen, sozusagen in Sichtweite zu Römerschiff-Museum und Römischem Theater.
Auf der Zitadelle bestehen bereits Stadthistorisches Museum und das Mainzer Garnisonsmuseum.
Dann würde ich sagen, wir plündern die Ligakasse!!!


