Grüß Gott, ihr (rhein-)hessischen Kicker!
Über Ostern war ich mal wieder in Mainz, der alten Heimat, und habe zufälligerweise den Golo getroffen.
Auch an ihm ist die Zeit ja nicht spurlos vorübergegangen und er hat mittlerweile andere Prioritäten im Leben, als studierenden Ballzauberern hinterher zu laufen.
Wie auch immer, das Gespräch kam dabei auf den Boschenhof, den demeter-Betrieb im Allgäu, auf dem ich mittlerweile arbeite und lebe. (demeter ist ein Bio-Verband mit sehr hohen Qualitätsanforderungen, quasi zwei Spielklassen über EG-Bio.) Wir stellen Bergkäse, Fleisch- und Wurstwaren aus eigener Milchviehhaltung her.
Ich sehe meinen im letzten Jahr vollzogenen Ausstieg aus dem üblichen Berufsleben, in meinem Fall als Mitarbeiter bei der UmweltBank, als Beitrag meiner gesellschaftlichen Verantwortung als Bürger, der bestrebt ist, im Geiste der Aufklärung seine Rolle als selbstbestimmter und eigenverantwortlicher Souverän des Staates wahrzunehmen.
Ich weiß ja nicht, wie und ob ihr die Wirtschaftskrise im Zusammenhang mit fehlender nachhaltiger Entwicklung seht, aber mir wird die Schlüsselrolle einer biologischen Landwirtschaft und Ernährung für eine lebenswerte Zukunft immer klarer. Ich warte auf keine systemkonformen Politiker mehr, damit sie mein Leben sinnvoll gestalten. Nach 34 Jahren Stadtleben ist mir klar geworden, dass Lebensqualität vor allem in einer intakten Natur zu finden ist. Solange wir uns anderes einreden - vor allem die Wachstums-Ökonomen glauben, dass die Natur grundsätzlich wertlos, entbehrlich und ersetzbar ist - werden wir unsere Umwelt weiter ausbeuten und zerstören. Das nennen wir dann perverserweise Wohlstand und Fortschritt. Der aktuell heiß diskutierte sexuelle Mißbrauch ist für mich nur ein Symptom einer tiefer gehenden und umfassenderen Perversion. Aber es besteht ja über eine Reaktion der moralischen Empörung hinaus kaum Interesse an einer zusammenhängenden Ursachenanalyse. Auch ein wirksamer Klimaschutz ist unter diesen Bedingungen nicht ernsthaft möglich. In diesem Sinne sind wir auf dem Boschenhof eine revolutionäre Keimzelle für einen anderen Umgang miteinander in einem anderen Bewusstsein, wie es auch die Bunte Liga im Fußball verkörpert.
Wer sich weiter über unsere Hofgemeinschaft und unsere Produkte informieren mag, ist herzlich eingeladen, unsere Homepage www.kaeserei-boschenhof.de zu besuchen. Noch besser ist aber ein Besuch auf unserem Hof zwischen Isny und Leutkirch, um bei uns mal reinzuschauen und zu sehen, wie unsere Vorstellung von Nachhaltigkeit und Lebensqualität aussieht und schmeckt.
Und ich würde mich freuen, wenn sich - im Gegensatz zu früher - nicht nur der Uli und der Winnie dafür interessieren.
Herzlichen Gruß aus dem Allgäu,
Daniel








